Das Experiment: Vier Wochen morgens, vier Wochen abends
Die Idee zu diesem Experiment kam mir beim Lesen eines Artikels ĂŒber zirkadiane Rhythmen. Mich hat interessiert: FĂŒhle ich mich nach einem Morgenlauf anders als nach einem Abendlauf? Ich beschloss, es systematisch zu testen â so weit das im Alltag möglich ist.
Meine Bedingungen: Gleiche Strecke von etwa vier Kilometern, Ă€hnliches Tempo, keine groĂen anderen Lifestyle-Ănderungen. Wissenschaftlich ist das natĂŒrlich nicht â aber als persönliche Beobachtung fand ich es sehr aufschlussreich und bin gespannt, ob sich andere darin wiederfinden.
Morgenlauf â Erkenntnisse und Empfindungen
Die ersten MorgenlĂ€ufe waren ehrlich gesagt hart. Um 6:30 Uhr die Laufschuhe zu schnĂŒren erfordert eine gewisse Willenskraft. Aber nach etwa einer Woche wurde es zur Routine â und ich bemerkte etwas, das ich als âangenehmen Wachheitszustandâ beschreiben wĂŒrde. Die Beine fĂŒhlten sich zunĂ€chst steif an, aber der Kopf wurde klar.
Wie Forschende im Bereich der Chronobiologie beschreiben, können morgendliche AktivitĂ€ten den natĂŒrlichen Cortisolspiegel â der morgens ohnehin erhöht ist â auf eine Art nutzen, die Energie und Wachheit unterstĂŒtzen kann. Ich bin keine Expertin, aber meine Selbstbeobachtung deckt sich mit dieser Beschreibung. Nach meinen Erfahrungen war ich an Morgenlauf-Tagen fokussierter.
Es gibt keine universelle Antwort auf die Frage Morgen oder Abend â nach meinen Experimenten ist die beste Zeit jene, die man wirklich konsequent durchhĂ€lt.â Lena Gruber, sanatatesana
Der Abendlauf â eine andere Energie
Der Abendlauf hat eine ganz andere QualitĂ€t. Nach einem langen Arbeitstag fĂŒhlte ich mich nach dem Laufen wie âentleertâ â im positiven Sinne. Der Kopf wurde freier, die Anspannung des Tages lieĂ nach. Das war ein GefĂŒhl, das ich beim Morgenlauf so nicht kannte.
Bei meinen AbendlĂ€ufen war die körperliche Performance oft ĂŒberraschend gut: Meine Beine fĂŒhlten sich warm und gelenkiger an, der Körper hatte den ganzen Tag Zeit gehabt, âaufzuwachenâ. Ich hatte den Eindruck, lockerer und flieĂender laufen zu können als morgens. Ob das objektiv messbar wĂ€re, kann ich nicht sagen.
đ Morgenlauf vs. Abendlauf â mein Vergleich
đ Morgenlauf: StĂ€rken
- ✓ KlĂ€rt den Kopf fĂŒr den Tag
- ✓ Struktur und Morgenroutine
- ✓ Keine spĂ€ten Termine stehen im Weg
- ✓ Ruhigere StraĂen und Parks
- ✓ Positives GefĂŒhl schon frĂŒh
đ Abendlauf: StĂ€rken
- ✓ Körper ist gut aufgewĂ€rmt
- ✓ Stressabbau nach dem Arbeitstag
- ✓ Oft bessere körperliche Performance
- ✓ Keine Hektik am Morgen
- ✓ Schöner Tagesabschluss
Was fĂŒr mich persönlich besser funktioniert
Nach acht Wochen Experiment ist mein persönliches Fazit: Beide Optionen haben ihre StĂ€rken. FĂŒr mein Energieniveau und meine Konzentration tagsĂŒber bevorzuge ich den Morgenlauf. FĂŒr meinen emotionalen Ausgleich und entspanntes Laufen schĂ€tze ich den Abendlauf sehr.
Ich laufe jetzt â je nach Tag, Wetter und Stimmung â zu beiden Zeiten. Die wichtigste Erkenntnis meines Experiments war: Die beste Laufzeit ist jene, die sich wirklich in den Alltag integrieren lĂ€sst. Kein Programm der Welt hilft, wenn es scheitert, weil die Zeit schlicht nicht passt.
đĄ Hinweis: Die Informationen in diesem Blog basieren auf persönlichen Erfahrungen und öffentlich zugĂ€nglichen Quellen. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes oder einer Ărztin. Was fĂŒr mich funktioniert, muss nicht fĂŒr dich gelten.
